Die gelernten Handels- und Bankkaufleute Leo Stern (1858-1943) und Jacques Sonneborn (1863-1936) bewiesen gleichermaßen unternehmerische Tatkraft, Innovationsfreude und Organisationstalent. Die Cousins aus dem Hessischen erkannten schon früh den steigenden Bedarf an "lubricants" – an technischen Schmierstoffen. 1888 errichteten sie im Hamburger Freihafen eine Fabrik für "mechanische Öle, Fette und Vaseline" und bauten so auf dem Kleinen Grasbrock einen weltweit gefragten Standort für die Veredelung und den internationalen Vertrieb neuartiger Erdölprodukte auf.
Der Hamburger Geograf Carl Rathjens ist überhaupt erst zu entdecken. Der große und sensible Forscher und Reisende hat in seiner Lebensspanne von der Geburt 1887 in Elmshorn bis zu seinem Tod in Hamburg 1966 das "Jahrhundert der Extreme" (Eric Hobsbawm) durchmessen.
Otto Stern (1888-1969) aus Breslau war ein Physiker von Weltrang, der von 1923 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 an der Hamburgischen Universität forschte. Er machte das Hamburger Institut für physikalische Chemie zu einem weltweit bekannten Spitzeninstitut in der Atom-, Molekül- und Kernphysik.
Gertrud Bing (1892-1964) leistete Herausragendes für die Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg (KBW) in Hamburg. Gertrud Bing im Warburg-Cassirer-Kreis, die Biographie dieser ungewöhnlichen Wissenschaftlerin, zeigt ihr Wirken in der Hansestadt wie später im Londoner Exil.
Martin Warnke lehrte von 1978 bis 2003 Kunstgeschichte an der Universität Hamburg. 1937 in Brasilien als Sohn eines protestantischen Pastors geboren, der eine Gemeinde im Urwald betreute, war er ein wegweisender Vertreter seines Faches. Der "Revolutionär der Kunstgeschichte" hat sie auf leise Art, dafür aber umso wirksamer verändert. Karen Michels, selbst Kunsthistorikerin und über Jahre enge Mitarbeiterin Warnkes, legt nun die Biographie Neues Sehen. Wie Martin Warnke die Freiheit der Kunst entdeckte in der Reihe „Wissenschaftler in Hamburg“ vor – herausgegeben von der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung.
In unserer Reihe "Wissenschaftler in Hamburg" ist ein neuer Band über den Klassischen Philologen Bruno Snell (1896-1986) erschienen. Gerhard Lohse, der Snell noch persönlich begegnet ist, schildert in seiner Biographie Geisteswissenschaft und politische Erfahrung im 20. Jahrhundert ein vielseitiges, von politisch-reformerischem Engagement und menschlicher Integrität bestimmtes Forscherleben.
Rudolph Brach, 1829 als Sohn jüdischer kleiner Kaufleute in Alzey bei Mainz geboren, wanderte 1848 an den Rio Grande aus: "Der Zug, der Drang der Zeit ging nach Amerika“, sollte er sich später erinnern. Als gemachter Mann kehrte er 1861 nach Deutschland zurück und gründete in Hamburg die Handelsfirma Brach & Schönfeld neben seiner Wohnung am Neuen Jungfernstieg.
Sylvia Steckmest legt zum ersten Mal eine Chronik der jüdischen Familie Rappolt vor, die in Hamburg Wirtschaftsgeschichte schrieb und während der NS-Zeit größtes Unrecht erlitt. Das soeben erschienene Buch Die Bekleidungsproduzenten Rappolt & Söhne. Mäntel aus Hamburg für die Welt handelt vom Aufstieg, aber auch von der "Arisierung" der Bekleidungsfirma Rappolt & Söhne.
Die Kunstkritikerin Rosa Schapire (1874-1954) war eine starke Persönlichkeit, eine Pionierin – als promovierte Kunsthistorikerin, als Intellektuelle und unabhängig lebende Frau, als freie Publizistin, vor allem aber als entschiedene Fürsprecherin des Expressionismus. Susanne Witteks neu erschienene Biographie Rosa Schapires lässt den kunsthistorischen Sachverstand und den Eigensinn dieser Frau deutlich werden: "Es gibt keinen direkteren Weg zu mir als über Deine Kunst." Rosa Schapire im Spiegel ihrer Briefe an Karl Schmidt-Rottluff 1950-1954.
Carl Meinhof (1857-1944) war weltweit der erste Afrikanistik-Ordinarius und gilt als Begründer dieses Fachs. 35 Jahre wirkte er in Hamburg, der deutschen Kolonialmetropole. Ludwig Gerhardt, selbst Ordinarius für Afrikanistik an der Universität Hamburg, legt die erste umfassende Meinhof-Biographie vor, die in der von der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung herausgegebenen Reihe "Wissenschaftler in Hamburg" erscheint. Er schildert in Carl Meinhof. Das Leben des ersten Ordinarius für Afrikanistik, wie Meinhof einer methodisch fundierten Wissenschaft von den afrikanischen Sprachen den Weg bereitete.
Der Algebraiker Emil Artin (1898-1962) war brillant. Er vollbrachte mathematische Leistungen von Weltrang, gelang es ihm doch, gleich zwei der 23 berühmten "Hilbertschen Probleme" zu lösen. Artins Vorlesungen begeisterten, da er komplizierteste Sachverhalte verständlich darstellen konnte. Alexander Odefey legt mit Emil Artin. Ein musischer Mathematiker erstmals eine ausführliche Biographie des bedeutenden Mathematikers vor.
Das ist einzigartig: ein junger Hamburger Kaufmann geht nach Südamerika, hat dort Erfolg im Salpetergeschäft, kehrt in seine Heimatstadt zurück, wird zum Gemäldesammler und erweitert sein Wohnhaus um eine öffentlich zugängliche eigene Gemäldegalerie.
Wohlhabend und kunstsinnig, mäzenatisch aktiv und sensibel für das Miteinander von Juden und Christen – das gilt für Emma (1852-1937) und Henry Budge (1840-1928) und charakterisiert ihr Engagement in Hamburg und darüber hinaus. Verantwortung und Passion machten beide zu großzügigen Stiftern und Förderern der hamburgischen Kultur. Karen Michels erzählt ihre Geschichte in der gerade erschienenen Doppelbiographie Emma und Henry Budge. Oder wie Hamburg einmal ein Porzellan-Palais entging.
Henning Albrecht porträtiert den Apotheker Oscar Troplowitz (1863-1918) als mutigen Pionier, der mit Nivea eine Weltmarke schuf. Die umfassende Biographie Troplowitz. Porträt eines Unternehmerpaares ist jetzt in der Reihe "Mäzene für Wissenschaft" erschienen, die von der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung herausgegeben wird.
Max Emden (1874-1940) ist ein Pionier der Kaufhaus-Kultur. Darüber hinaus sammelte er exquisite Kunst – großzügig förderte er zahlreiche Einrichtungen seiner Heimatstadt Hamburg. Auch verstand dieser Hanseat zu genießen. Nach dem Verkauf der meisten seiner Warenhäuser erwarb er 1927 die Brissago-Inseln im Lago Maggiore und lebte fortan im schweizerischen Tessin.
Ernst Cassirer (1874-1945) hat Philosophiegeschichte geschrieben – mit seiner dreibändigen Philosophie der symbolischen Formen bestimmte er die Kultur im Denken neu. Cassirers Jahre an der 1919 gegründeten Hamburgischen Universität – er gehörte ihr als erster Professor für Philosophie von 1919 bis 1933 an – bilden die produktivste Zeit seines Schaffens. Dank seiner Freundschaft mit Aby Warburg hatte er großen Anteil an der Ausgestaltung der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek und engagierte sich darüber hinaus für das kulturelle Leben in der Hansestadt.
Rahel Liebeschütz-Plaut - 1923 die erste habilitierte Ärztin an der Medizinischen Fakultät in Hamburg und dritte habilitierte Ärztin überhaupt in Deutschland - musste als Jüdin nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ihren Beruf aufgeben. Bis sie 1938 mit ihrer Familie nach England emigrierte, hatte sie auf vielen Ebenen die zunehmende Entrechtung und Isolation der Juden erlebt.
"Verlangst Du wirklich, dass wir Dir jedes Mal schreiben, wie uns Deine Sachen gefallen? Ist Dir das nicht schon zu langweilig zu hören? Du bist ein- für allemal für uns eine ganz alleinstehende Qualität, Du machst heute Sachen, wie sie überhaupt noch nie gemacht worden sind, und man geniert sich ja förmlich, über solche Kunstwerke dummes Lob zu schreiben. Jeder kleinste Schmarren, den Du schickst, ist ein Fest für uns."
Er zeichnete sich durch Weitblick für die wirtschaftliche Entwicklung und zielstrebige Verfolgung vielfältiger Aktivitäten sowie durch gute Menschenkenntnis, Mitarbeiterführung, Verkaufstalent und Zuverlässigkeit aus. Nun ist die erste Biographie über Georg Hermann Stoltz (1845-1939) erschienen. Sie liefert wertvolle Aufschlüsse über das Leben eines Mannes, der sich als erfolgreicher Kaufmann und Firmengründer in Brasilien und Hamburg um die Beziehungen zwischen Südamerika und Europa in hohem Maß verdient gemacht hat. Das Lebensbild stammt aus der Feder von Hans Joachim Schröder, veröffentlicht worden ist es als 21. Band in der von der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung herausgegebenen Reihe "Mäzene für Wissenschaft".
Mit dem gerade erschienenen 20. Band der Reihe "Mäzene für Wissenschaft" steht ein kleines Jubiläum an. Die neue Publikation wirft einen Blick auf die Brüder Ludwig, Wilhelm und Eduard Lippert. Als Hamburger Kaufleute trieben sie seit Ende der 1850er Jahre erfolgreich Handel mit Südafrika. Drei Hamburger Leben: als Kunstsammler, Stifter, Bauherren, Gutsbesitzer, reich an Kämpfen, Schicksalsschlägen, Niederlagen und Siegen. Und hier erstmals von Henning Albrecht beschrieben
Ein "Lehrer mit genialem Profil und Charisma", ein "sprachsensibler Gedächtnisriese", der "Einstein der Kunstgeschichte" – Erwin Panofsky ist als wissenschaftliche Ausnahmefigur in die Geschichte eingegangen. Sein Name steht für die Entwicklung und Anwendung einer neuen Methode, der Ikonologie: der Interpretation eines Kunstwerks aus seinem kulturhistorischen Kontext heraus. Wo sich die Kunstgeschichte bisher eher mit Stilkritik und Zuschreibungsfragen beschäftigt hatte, rückten nun große geistesgeschichtliche Horizonte in ihr Blickfeld.
Er war ein vielschichtiger Unternehmer mit beeindruckendem Gespür für die industriellen Entwicklungen, ferner ein Netzwerker im privaten wie auch im wirtschaftlichen Kontext. Nun ist die erste Biographie über Julius Carl Ertel erschienen, der als Direktor und später als Alleininhaber einer Kupferhütte in der Kaufmanns- und Handelsstadt Hamburg eine Sonderstellung innehatte. Verfasst hat das Lebensbild Hans Joachim Schröder, veröffentlicht worden ist es als 19. Band in der von der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung herausgegebenen Reihe "Mäzene für Wissenschaft".
Bei ihm liefen im Hamburger Kultur- und Wissenschaftsleben der Jahrhundertwende alle Fäden zusammen. Er war der bedeutendste Wissenschaftsorganisator in der Geschichte der Hansestadt. Nun ist die erste Biographie über Werner von Melle (1853-1937) erschienen. Verfasst hat sie Myriam Isabell Richter für die Reihe "Mäzene für Wissenschaft", die von Ekkehard Nümann für die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung herausgegeben wird. Mit dem Lebensbild ehrt die Stiftung ihren Begründer, der ihr 30 Jahre, von 1907 bis 1937, als Präsident vorstand.
Über Aby und Max Warburg ist schon viel geschrieben worden. Noch niemals wurden jedoch die Biographien der beiden Brüder miteinander verzahnt. Genau dies gelingt Karen Michels in ihrer neuen Publikation, die gerade als siebzehnter Band der von der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung herausgegebenen Reihe "Mäzene für Wissenschaft" erschienen ist.
Sein Leben ist gleichermaßen mit der hamburgischen, deutschen und transatlantischen Wirtschaftsgeschichte verknüpft. Geradezu idealtypisch verkörpert Edmund Siemers einen Stifter aus dem Großbürgertum. Nun ist die erste Biographie über eine der großen Figuren der Hamburger Kaufmannschaft im Deutschen Kaiserreich erschienen. Das Lebensbild stammt aus der Feder von Johannes Gerhardt, publiziert ist es als sechzehnter Band der von der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung herausgegebenen Reihe "Mäzene für Wissenschaft".
Zusammen mit seinem Bruder Albertus importierte er Guano aus Peru und stieg zu einem der reichsten Kaufleute Hamburgs auf. Trotzdem ist der Name Heinrich Freiherr von Ohlendoff heute nur noch wenigen in der Hansestadt bekannt – Anlass genug, ihm eine Biographie zu widmen. Verfasst hat sie Hans Joachim Schröder, erschienen ist sie als fünfzehnter Band der von der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung herausgegebenen Reihe "Mäzene für Wissenschaft".
Johannes August Lattmann (1858–1936) spielte eine ganz besondere Rolle in der politischen Kultur Hamburgs. Grund genug, diesem Mann eine Biographie zu widmen. Sie stammt aus der Feder des Historikers Anton F. Guhl, trägt den Titel Johannes August Lattmann. Sozial und liberal im vordemokratischen Hamburger Senat und ist als vierzehnter Band der Reihe "Mäzene für Wissenschaft" erschienen, die von der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung herausgegeben wird.
"New Yorks wertvollster Bürger" - diesen Ehrentitel hat man Adolph Lewisohn (1849-1938) gegeben. Wie der 1849 in Hamburg geborene Sohn orthodoxer Juden hierzu wurde, dies zeichnet Henning Albrecht in seiner Biographie "Adolph Lewisohn. Kupfermagnat im 'Goldenen Zeitalter'" nach. Erschienen ist sie als dreizehnter Band der Reihe "Mäzene für Wissenschaft" der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung.