Annäherungen an ein Wissenschaftlerleben: Susanne Witteks Ernst Cassirer Biographie

Die Veranstaltung "Hamburger im Exil: Ernst Cassirer" widmet sich Lebensstationen dieses ungemein produktiven Wissenschaftlers und liberalen Demokraten, der sich im März 1933 schweren Herzens entschloss, Deutschland zu verlassen. Im Gespräch zeigen Birgit Recki und Susanne Wittek zahlreiche Facetten der intellektuellen Persönlichkeit Cassirers auf. Recki, Philosophieprofessorin an der Universität Hamburg sowie Herausgeberin der Werke Cassirers, und Susanne Wittek, Autorin des Bandes "'So muss ich fortan das Band als gelöst ansehen.' Ernst Cassirers Hamburger Jahre 1919-1933" machen deutlich, wie sehr Cassirer für die Universität wirkte, wie wichtig ihm der Austausch mit Aby Warburg und der Anregungsreichtum von dessen Kulturwissenschaftlicher Bibliothek war und warum er 1933 ins Exil ging. 

Der Schauspieler Stephan Benson trägt markante Texte von Ernst Cassirer vor, darunter auch diesen: Cassirer schrieb am 27. April 1933 an den Dekan der philosophischen Fakultät, es sei ihm unter den gegenwärtigen Umständen leider nicht möglich, sein "Amt als deutscher Hochschulprofessor länger zu verwalten. Diese Gründe waren keineswegs 'privater', sie waren vielmehr rein prinzipieller Natur. Ich denke von der Bedeutung und von der Würde des akademischen Lehramts zu hoch, als dass ich dieses weiter ausüben könnte zu einer Zeit, in der mir, als Juden, die Mitarbeit an der deutschen Kulturarbeit bestritten oder in der sie mir, durch gesetzliche Maßnahmen, in irgend einer Hinsicht geschmälert oder verkürzt wird."

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