Zum 100. Todestag des Unternehmers und Stifters Edmund Siemers

Am 20. November jährt sich der Todestag eines der erfolgreichsten Kaufleute und wirkungsmächtigsten Stifter der jüngeren Geschichte Hamburgs zum 100. Mal. Edmund Siemers‘ Leben ist gleichermaßen mit der hamburgischen, deutschen und transatlantischen Wirtschaftsgeschichte verknüpft. Geradezu ideal­typisch verkörpert er einen Stifter aus dem Großbürgertum.

Als schöpferischer Unternehmer war er in jungen Jahren einer der Pioniere des Petroleumhandels in Deutschland. Später reüssierte er als Importeur von Chilesalpeter und baute als einer der großen Reeder Hamburgs eine eigene Segelschiffs- und Dampferflotte auf. Schließlich wurde er Bauunternehmer und Groß­grundbesitzer mit der Vision, im Norden der Hansestadt einen neuen Stadtteil aufzubauen. Doch wirklich bekannt ist der "Carnegie Hamburgs"  durch sein Engagement als Stifter geworden: 1896 Edmundsthal-Siemerswalde in Geesthacht, eine der ersten Lungenheil­stätten in Deutschland, und 1907 dann das Vorlesungsgebäude auf der Moor­weide – Keimzelle der Universität in Hamburg und bis heute ihr Sinnbild.

Kurz nach Edmund Siemers‘ Tod wurde 1919 die Siemers-Stiftung errichtet – eine Familienstiftung, die 1995 aufgelöst wurde und der im selben Jahr die neu gegründete gemeinnützige Edmund Siemers-Stiftung folgte. Diese kooperiert eng mit der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung, für die sich Edmund Siemers Zeit seines Lebens als Kuratoriumsmitglied engagierte. Seit vielen Jahren verleihen beide Stiftungen gemeinsam den Kurt-Hartwig-Siemers-Preis. Benannt nach dem Enkel von Edmund Siemers, der die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufbaute und ihr von 1951 bis 1988 vorstand, fördert dieser Wissenschaftspreis Postdocs aus Hamburg. 

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Universität Hamburg wird der Siemers-Preis 2019 erstmals mit 50.000 Euro dotiert und zum Thema "Kapital und Wissen – über das ambivalente Verhältnis von Wirtschaft und Wissenschaft" ausgeschrieben. Zudem wird die Preisträgerin bzw. der Preisträger mit einer eigens gestalteten Medaille ausgezeichnet werden.

Wer mehr zum Leben Edmund Siemers‘ erfahren möchte, dem sei die 2014 erschienene Biographie "Edmund Siemers: Unternehmer und Stifter" ans Herz gelegt. Das Lebensbild würdigt in kritischer Absicht den Beitrag eines Mitbegründers der Hambur­gischen Wissenschaftlichen Stiftung zur Philanthropie in seiner Heimatstadt. Es erschließt das wirtschaftliche Umfeld, aus dem Edmund Siemers’ Vermögen hervorging und beschreibt die faszinierende Blüte einer Stiftungslandschaft im Kaiserreich, der Beständigkeit und Wachs­­tum versagt blieben, weil vor einhundert Jahren ein durchgreifender, demokratisch gestützter Friedenswille in Europa fehlte.

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