Gebürtiger Hamburger und "New Yorks wertvollster Bürger"

Erste Biographie über den Industriellen, Kunstsammler und transnationalen Philanthropen Adolph Lewisohn erschienen

"New Yorks wertvollster Bürger" - diesen Ehrentitel hat man Adolph Lewisohn (1849-1938) gegeben. Wie der 1849 in Hamburg geborene Sohn orthodoxer Juden hierzu wurde, dies zeichnet Henning Albrecht in seiner Biographie "Adolph Lewisohn. Kupfermagnat im 'Goldenen Zeitalter'" nach. Erschienen ist sie als dreizehnter Band der Reihe "Mäzene für Wissenschaft" der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung.

Als Samuel Lewisohn im August 1867 seinen achtzehnjährigen Sohn zum Schiffsanleger an der Elbe begleitete, war ihm unwohl zumute. Er war sehr aufgeregt. Zu seinem Sohn sagte er, es sei nur natürlich, wenn er sich auch so fühle. Doch dieser empfand nichts dergleichen. Nichts spürte er als die Aufregung am Beginn einer weiten Reise - und die Hoffnung auf größere Unabhängigkeit vom elterlichen Haus.

Dass Adolph Lewisohn in den USA als Industrieller in nur zwanzig Jahren ein Millionenvermögen erwirtschaften würde, wäre dem jungen Migranten zu diesem Zeitpunkt wie ein Märchen erschienen. Aber er wusste die Zeichen der Zeit zu lesen und investierte in die Produktion eines Stoffes, der im elektrischen Zeitalter für die Industrie unverzichtbar werden sollte: Kupfer. Der Überlieferung nach hatte er einen Vortrag von Thomas Edison gehört und war von den Zukunftschancen der neuen elektrischen Technologien fasziniert. Mit Hingabe, Weitsicht und Flexibilität baute Adolph Lewisohn ein Firmenimperium auf, das erst um die Jahrhundertwende in einer Übernahme- und Börsenschlacht an die Rockefellers und Guggenheims fiel.

Vier Jahrzehnte lang unterstützte Lewisohn - dem religiöse Toleranz immer wichtiger war als religiöse Treue - unzählige wohltätige Projekte mit Millionenbeträgen: für Waisen und Gefängnisinsassen, in der Bildung und in der Wissenschaft - in New York und in seiner alten Heimatstadt Hamburg. Auch die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung verdankt ihm eine der größten Schenkungen, die sie bei ihrer Gründung 1907 erhielt.

Das erste Lebensbild dieses außergewöhnlich erfolgreichen Industriellen, Kunstsammlers und transnationalen Philanthropen, für das der Autor Henning Albrecht auf die bislang unveröffentlichte Autobiographie Adolph Lewisohns zurückgreifen konnte. 

Die Biographie erscheint bei Hamburg University Press und kann direkt dort (keine Versandkosten) oder im Buchhandel (ISBN 978-3-943423-04-4) bestellt werden.