Der erste demokratische Senator in Hamburg

Biographie folgt dem spannenden Lebensweg des hanseatischen Kaufmanns Johannes August Lattmann

Johannes August Lattmann (1858–1936) spielte eine ganz besondere Rolle in der politischen Kultur Hamburgs. Grund genug, diesem Mann eine Biographie zu widmen. Sie stammt aus der Feder des Historikers Anton F. Guhl, trägt den Titel "Johannes August Lattmann. Sozial und liberal im vordemokratischen Hamburger Senat" und ist als vierzehnter Band der Reihe "Mäzene für Wissenschaft" erschienen, die von der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung herausgegeben wird.

Als Kaufmann ging Lattmann zwei Jahrzehnte nach Übersee, stieg zum Teilhaber des New Yorker Handelshauses Gustav Amsinck & Co. auf und verdiente dort ein Vermögen. Zurück in Hamburg machte er durch großzügige Stiftungen von sich reden. 1907 zählte er zu den Donatoren der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung, deren Kuratorium er in späteren Jahren angehörte. Die Wahl des offen liberal gesinnten Geschäftsmanns zum Senator 1912 war ein Novum und wurde nur durch ein Bündnis von liberalem Bürgertum und Sozialdemokratie möglich – eine Vorausnahme der Weimarer Koalition. Lattmann befür­wortete ein plurales Nebeneinander von politischen Standpunkten und Konfessionen, trat für ein gleiches Wahlrecht ein und arbeitete mit Protagonistinnen der Frauenbewegung zusammen. Als er 1919 aus dem Senat schied, wurde er Manager der neu gegrün­deten Warentreuhand, um für die deutsche Wirtschaft verlorenen Kredit wieder­herzustellen.

In der Lebensgeschichte Lattmanns spiegeln sich Aufstieg, Krise und Zerfall des wilhelminischen Kaiserreichs wider. Die Biographie stellt auf Grundlage unveröffentlichter Quellen erstmals den Lebensweg dieses sozialen und liberalen Senators dar.

Die Biographie erscheint bei Hamburg University Press und kann direkt dort (keine Versandkosten) oder im Buchhandel (ISBN 978-3-943423-08-2) bestellt werden.